








An einem sonnigen Morgen im Juli fuhren die Geographiekurse der Q12 mit dem Bus nach Hohenschwangau, wo uns Herr Mohr und Herr Klöckner, Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes, empfingen. Während des Aufstiegs besichtigten wir mehrere Wildbachverbauungen. So konnten die Schülerinnen und Schüler die Funktionsweise von Verrohrungen, Rechen, Rinnen und Stützen kennenlernen und ihr Wissen über die Zusammenhänge von geologischen Prozessen und Alpinen Gefahren vertiefen. Beeindruckend war insbesondere, wie die Wildbachverbauungen geplant, errichtet und gepflegt werden. Wie wichtig diese sind, um auch Touristenströme von bis zu 10.000 Personen pro Tag vor Naturgefahren zu schützen, steht außer Frage. Dabei wurden verschiedene Interessen wie Wirtschaft/Tourismus, Bevölkerung und Umwelt betrachtet.
Die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen auf den Wasserhaushalt der Region konnten die Schüler und Schülerinnen beim abenteuerlichen Abstieg durch eine trockene Wildbachrinne mit eigenen Augen erkennen. Unser Weg führte uns durch einen Wald mit vielen kahlen Fichten, die unter Trockenstress leiden, zum Alpsee. Die Massen an Geschiebematerial und Geröll, die bereits im Wald abgelagert wurden, zeigen auf, wie wichtig der Erhalt des Schutzwaldes ist. Dieser spielt auch bei den heute häufiger und heftiger wiederkehrenden Starkregenereignissen eine große Rolle.
Nach einer erfrischenden Pause am Alpsee, waren wir froh um einen entspannten Transport mit dem Bus zum Walderlebniszentrum in der Ziegelwies. Dort fand der zweite Teil der Exkursion statt: Am Lechufer fertigten die Schüler und Schülerinnen eine beschriftete Skizze einer „Buhne“ des „Lech-Life-Projekts“ an. Die rechtwinklig zur Fließrichtung errichtete Steinsperre trägt dazu bei, das Ufer des Lechs zu verschieben, um verbuschte Auen wieder zu fluten. Anhand der Bildaufnahmen und Vermessungen der Flusssohle konnten wir erkennen, wie sich der Lech seit Jahren immer tiefer in das Flussbett eingräbt, schmaler wird und einzuwachsen droht. Ziel ist es nun, durch Lenkung des Flusses und die Anhebung der Flusssohle wieder ein breites natürliches Flussbett mit Auenlandschaft entstehen zu lassen.
Entlang des Lechufers und des Wasserpfades im Walderlebniszentrum führte uns der Weg am Lechfall vorbei und durch die Altstadt zurück zum Gymnasium Füssen. Ein interessanter und abwechslungsreicher Exkursionstag ging zu Ende.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Förderverein des Gymnasiums Füssen, der die gesamten Transportkosten der Exkursion übernommen hat. Des Weiteren möchten wir uns bei den Experten des Wasserwirtschaftsamtes, Herrn Mohr und Herrn Klöckner, bedanken, die diese Exkursion im alpinen Gelände und am Lech erst für uns ermöglicht haben.
Kathrin Wind und Verena Schwarz